Schulung Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   

Praxis

Die Ausbildung beginnt mit der alle zwei Jahre wiederkehrenden Fliegerärztlichen Tauglichkeitsprüfung, die von einem sogenannten Fliegerarzt durchgeführt wird. Ist diese erste Hürde genommen, so kann mit dem Fliegen (Praktische Ausbildung) begonnen werden. Nach einer kurzen Einweisung über das Verhalten auf dem Flugplatz und dem Umgang mit den Flugzeugen werden die ersten Flüge mit einem Fluglehrer gemacht. Der Fluglehrer demonstriert während der Flüge die einzelnen Übungen, die der Schüler dann zu wiederholen versucht. Hier heißt die Devise: "Übung macht den Meister"!
Nach vielen Flügen bei denen man starten, fliegen und landen gelernt hat, kommt dann die Frage des Lehrers an den Schüler: "Möchtest du das jetzt mal alleine versuchen?". Mit gemischten Gefühlen wird dies meist bejaht und der Erste Alleinflug kann beginnen. Der Fluglehrer hält während der Alleinflüge Funkkontakt zu seinem Schützling, um ihm Tipps und Hinweise geben zu können. Nach zwei weiteren Starts ist dann die erste fliegerische Prüfung, die A -Prüfung, geschafft. Von nun an werden die meisten Flüge als Übungsflüge im Alleinflug durchgeführt. Es folgen weitere fliegerische Prüfungen. Nach diesem Ausbildungspensum ist meist die erste Flugsaison, sie dauert ca. vom 1. März bis zum 1. November, "im Fluge" vergangen. Es schließt sich nun die Winterpause an, in der neben der Werkstattarbeit die theoretische Ausbildung im Vordergrund steht.
Nach dem der Stoff aus dem die Flieger(alp-)träume sind, im Kopf gespeichert ist, beginnt am 1. März die neue Flugsaison. Nach ein paar Überprüfungsstarts fliegt man wieder alleine und mit der Ausbildung wird fortgefahren. Es schließen sich mehrere Prüfungen und Leistungsnachweise an bis zur endgültigen Scheinprüfung.
 

Theorieunterricht

Ab Ende Oktober bis Mitte März findet einmal in der Woche Theorieunterricht in unserem Clubheim statt. Dort lernen die Flugschüler wichtige Sachen aus den Teilbereichen „Verhalten in besonderen Fällen“ (z.B. was mache ich, wenn beim Start das Seil reißt?), „Meteorologie“ (Wetterkunde), „Luftrecht“ (sozusagen die „Straßenverkehrsordnung des Himmels“), „Technik“ (Wie fliegt ein Flugzeug?), „Navigation“ (Umgang mit Karten, Streckenflugplanung) und „meteorologische Navigation“ (wie komme ich bei einer bestimmten Wetterlage am schnellsten zum Ziel?). Dieser Unterricht ist mit normalen Schulen nicht zu vergleichen, er macht nämlich meistens auch Spaß. Von diesen Theoriestunden muss jeder Flieger mindestens 60 während seiner Ausbildung zum Pilotenschein absolvieren. Am Ende des Winters wird noch ein kleiner Test gemacht, durch den man die Theoretische A, B oder C erreichen kann, die jeweils für die praktische A, B und C nötig sind. Wenn man in der theoretischen C 85% richtig hat kann man die theoretische Pilotenscheinprüfung machen, die in Düsseldorf an Computern vor dem Regierungspräsidenten abgelegt wird. Hat man diese letzte theoretische Prüfung bestanden steht dem Pilotenschein (fast) nichts mehr entgegen.
 

Werkstattarbeit

Parallel zum Theorieunterricht läuft im Winter die Werkstattarbeit. Wir arbeiten Dienstag- und Donnerstagabends in der Werkstatt in unserem Clubheim und warten bzw. reparieren dort unsere Segelflugzeuge. Es werden z.B. die Flugzeuge poliert, Lackschäden ausgebessert oder Gelenke geschmiert und geölt. Für diese Arbeiten braucht man keine Vorkenntnisse. In der Werkstatt bekommt man alles beigebracht. Man lernt mit den Werkzeugen und den verschiedenen Stoffen/Materialien umzugehen. Die Stunden, die man dort leistet werden aufgeschrieben und am Ende des Winters wird ein Stundendurchschnitt errechnet. Dann wird für jeden einzelnen ausgerechnet wie viel Prozent der Durchschnittsstunden er geleistet hat. Je mehr Prozent man jetzt hat, desto billiger wird das Fliegen. In der Werkstatt gibt es die sogenannten "Werkstattleiter", das sind Leute, die einen speziellen Kurs besucht haben. Diese Werkstattleiter verteilen die Arbeiten, sind in der Werkstatt die Verantwortlichen und organisieren die gesamte Arbeit.
 

Startleiter

Der Startleiter leitet die Starts, d.h. er telefoniert mit dem Windenfahrer gibt ihm die nötigen Anweisungen und achtet darauf, dass nicht gleichzeitig jemand startet und landet. Er ist bei jedem Start der Verantwortliche, wenn etwas passiert kann er dafür haftbar gemacht werden. Der Startleiter muss im Besitz eines gültigen GPL (Glider Pilot License = Segelflug Piloten Lizenz) sein und braucht eine kurze Einweisung, die er von jedem andere Startleiter bekommen kann. Jeder Scheinpilot hat im Jahr 5 bis 6 Dienste leisten, die er entweder als Startleiter oder Windenfahrer leistet.
 

Windenfahrer

Windenfahrer kann jeder im Verein werden, der die praktische C-Prüfung bestanden hat. Er muss an 10 verschiedenen Tagen mit unterschiedlichem Wetter unter der Aufsicht eines anderen Windenfahrers mindestens 10 Starts pro Tag machen. Jeder Windenfahrer kann andere Windenfahrer ausbilden.
 

Werkstattleiter

Werkstattleiter kann jeder werden, der mindestens 18 Jahre alt ist und entsprechende Fertigkeiten mitbringt/erlernt. Der angehende Werkstattleiter muss mehrere Kurse besuchen, auf denen er lernt wie man Flugzeuge repariert und wartet. Diese Kurse werden vom DAeC (Deutscher Aero Club) angeboten und werden vom Verein des Teilnehmers bezahlt. Jeder Werkstattleiter muss auch später noch Fortbildungen besuchen, damit sein Wissen auf dem neusten Stand bleibt.
Außerdem kann man im Verein noch zum Motorflugzeugwart, Motorenwart und Fallschirmpacker ausgebildet werden.
 

Jugendgruppenleiter

Der Jugendgruppenleiter wird von der Jugendgruppe alle 2 Jahre gewählt. Nach seiner Wahl macht er meistens eine Fortbildung auf Vereinskosten, auf der er lernt, was er für Verantwortung trägt, und wofür er haftbar gemacht werden darf.
 

Fluglehrer

Fluglehrer kann jeder Scheinpilot werden, der nach seinem Scheinerhalt eine bestimmte Stundenzahl geflogen ist. Er muss dann einen Lehrgang besuchen. Nach dem Besuch dieses Lehrgangs darf er dann angehenden Piloten das Fliegen beibringen.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 15. Juli 2010 um 17:03 Uhr